74,3 Mio. GKV-Versicherte
8,7 Mio. PKV-Versicherte
14,6 % GKV-Beitragssatz
100 % Versicherungspflicht

GKV vs. PKV im Überblick

Die wichtigsten Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung auf einen Blick:

Vergleich GKV und PKV
Kriterium GKV (gesetzlich) PKV (privat)
Beitragsbasis Einkommensabhängig (% vom Gehalt) Alter, Gesundheit, Leistungsumfang
Leistungen Gesetzlich festgelegt (Standardkatalog) Individuell wählbar (vertraglich gesichert)
Familienversicherung Kostenlose Mitversicherung möglich Jedes Mitglied zahlt eigenen Beitrag
Abrechnung Direkt über die Krankenkasse (eGK) Patient zahlt, reicht Rechnung ein
Zugang Für alle (Pflichtversicherte + freiwillig) Nur bei Versicherungsfreiheit (§ 6 SGB V)
Kündigung Bindungsfrist beachten Mindestlaufzeit beachten

Gut zu wissen: Die Krankenversicherungspflicht gilt in Deutschland seit 2009 für alle Einwohner. Neben der Krankenversicherung müssen Sie zudem eine Pflegeversicherung nachweisen, die bei Pflegebedürftigkeit greift.

Wovon ist Ihr Krankenversicherungsbeitrag abhängig?

Die monatlichen Versicherungsbeiträge werden in GKV und PKV völlig unterschiedlich kalkuliert. Als versicherte Person sollten Sie wissen, welches System für Ihre persönliche Situation günstiger ist.

Beitrag in der GKV

Solidarprinzip
  • Bundeseinheitlicher Beitragssatz (% vom Einkommen)
  • Beitragsbemessungsgrenze deckelt den Maximalbetrag
  • Kassenindividueller Zusatzbeitrag möglich
  • Arbeitgeber übernimmt ca. die Hälfte

Beitrag in der PKV

Äquivalenzprinzip
  • Eintrittsalter bestimmt den Grundbeitrag
  • Gesundheitszustand wird geprüft (Risikozuschlag möglich)
  • Leistungsumfang beeinflusst den Preis
  • Beitragsentlastung im Alter durch Altersrückstellungen

Wie können Sie Ihre Familie krankenversichern?

Beim Krankenversicherungsschutz für Familien zeigen sich klare Unterschiede zwischen beiden Systemen. Die GKV ist mit der kostenlosen Familienversicherung deutlich sozialer — zumindest wenn Familienangehörige keiner eigenen Arbeit nachgehen.

GKV: Familienversicherung

  • Ehepartner und Kinder kostenlos mitversichert
  • Nur ein Beitragszahler pro Familie nötig
  • Einkommensgrenzen für Mitversicherte beachten

PKV: Individuelle Tarife

  • Jedes Familienmitglied braucht eigenen Vertrag
  • Beitrag individuell kalkuliert (Alter, Leistungen)
  • Bei mehreren Kindern deutlich teurer als GKV

Ob Sie Ihre Kinder kostenlos mitversichern dürfen, hängt vom Einkommen Ihres Partners ab und davon, ob dieser privat oder gesetzlich krankenversichert ist.

Leistungen in der GKV und PKV

Die Leistungserbringung beruht auf unterschiedlichen Vertragsbestimmungen. Weitere Details finden Sie in unserer Übersicht mit Beispielen zu den Leistungen.

Leistungsvergleich GKV und PKV
Merkmal GKV PKV
Leistungsumfang Gesetzlich festgelegt (Standardkatalog) Individuell wählbar und vertraglich gesichert
Zusatzleistungen Über Bonusprogramme der Krankenkasse Chefarzt, Einzelzimmer, höherwertige Materialien
Ärztliche Behandlung An Gebührenordnung gebunden Ärzte nicht an gesetzliche Beschränkungen gebunden
Hilfsmittel Nach Hilfsmittelkatalog Je nach Tarif auch höherwertige Versorgung
Vorsorge Vorsorgeuntersuchungen nach Programm Umfassendere Check-ups je nach Tarif

Wie werden Arztrechnungen bezahlt?

Der Vertragspartner des Arztes ist in der GKV die Krankenkasse und in der PKV der Versicherungsnehmer. Die Abrechnung erfolgt daher auf verschiedene Art und Weise.

GKV: Sachleistungsprinzip

1 eGK beim Arzt vorzeigen
2 Arzt behandelt und rechnet direkt mit der Kasse ab
3 Nur Zuzahlungen (z.B. Zahnersatz) zahlen Sie selbst

PKV: Kostenerstattungsprinzip

1 Arzt behandelt und stellt Ihnen eine Rechnung
2 Sie bezahlen die Rechnung zunächst selbst
3 Rechnung bei der PKV einreichen — Erstattung folgt

Welches System passt zu Ihnen?

Die Entscheidung zwischen GKV und PKV hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab. Nutzen Sie die folgende Orientierungshilfe:

GKV empfehlenswert bei:

  • Familien mit Kindern (kostenlose Mitversicherung)
  • Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze
  • Wert auf Planungssicherheit bei den Beiträgen
  • Häufig wechselnde Arbeitsverhältnisse

PKV empfehlenswert bei:

  • Beamte (Beihilfe deckt 50–80 % der Kosten)
  • Gutverdiener ohne Kinder oder mit wenigen Kindern
  • Selbstständige mit stabilem Einkommen
  • Wunsch nach Premiumleistungen (Einzelzimmer, Chefarzt)

Vorteile und Nachteile der Krankenversicherungsmodelle

Ein Vorteil beider Systeme: Sie können die Krankenversicherung in der Steuererklärung geltend machen.

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Vorteile GKV
  • Kostenlose Familienversicherung
  • Keine Gesundheitsprüfung nötig
  • Solidarprinzip: Beitrag richtet sich nach Einkommen
  • Arbeitgeber trägt die Hälfte
  • Einfaches Kassenwechselrecht
Nachteile GKV
  • Eingeschränkte Leistungswahl
  • Längere Wartezeiten beim Arzt
  • Nur Standardbehandlungen enthalten
  • Zuzahlungen für viele Leistungen
  • Beitrag steigt mit dem Einkommen

Private Krankenversicherung (PKV)

Vorteile PKV
  • Individuell wählbare Leistungen
  • Kürzere Wartezeiten, bevorzugte Termine
  • Chefarztbehandlung, Einzelzimmer möglich
  • Höherwertige Medikamente und Materialien
  • Beitrag unabhängig vom Einkommen
Nachteile PKV
  • Keine kostenlose Familienversicherung
  • Gesundheitsprüfung bei Eintritt
  • Beitragserhöhungen im Alter
  • Rückkehr in die GKV schwierig
  • Rechnung muss vorgestreckt werden

Besondere Personengruppen

Je nach Berufsstatus und Lebenssituation gelten unterschiedliche Regelungen für die Krankenversicherung:

Häufig gestellte Fragen zur Krankenversicherung

Ja, seit 2009 gilt in Deutschland die allgemeine Krankenversicherungspflicht (§ 193 VVG). Jeder Einwohner muss entweder gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Wer keine Versicherung nachweisen kann, muss mit Nachzahlungen und Säumniszuschlägen rechnen.

Ein Wechsel in die PKV ist möglich, wenn Ihr Bruttojahreseinkommen die Versicherungspflichtgrenze (2026: 75.600 Euro) übersteigt. Selbstständige und Beamte können unabhängig vom Einkommen in die PKV eintreten.

Ja, über die Familienversicherung können Kinder, Ehepartner und eingetragene Lebenspartner kostenfrei mitversichert werden — solange deren eigenes Einkommen die Einkommensgrenzen nicht überschreitet.

Wer seine PKV-Beiträge nicht zahlt, wird nach zwei Monaten Rückstand in den Notlagentarif umgestuft. Dieser deckt nur akute Behandlungen und Schmerzlinderung ab. Ein Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Ja, Beiträge zur Krankenversicherung (GKV und PKV) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Absetzbar ist die Basisabsicherung — Komfortleistungen wie Einzelzimmer sind davon ausgenommen.

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