Wann ist die Unfallversicherung nützlich?
Die folgenden Beispiele zeigen, in welchen Situationen die private Unfallversicherung nützlich ist:
Typische Versicherungsfälle
- Invalidität nach einem Verkehrsunfall
- Berufsunfähig durch Unfallfolgen
- Unfallbedingter Todesfall
- Sportverletzungen
- Achtlosigkeit im Haushalt oder im Beruf
Gesetzlicher Unfallschutz über den Arbeitgeber
Viele Arbeitnehmer wissen, dass es über die berufliche Tätigkeit einen gesetzlichen Unfallschutz gibt. Laut Gesetz müssen Arbeitgeber diesen Schutz gewährleisten. Das zeigt, wie wichtig die Risikoversicherung ist. Passieren beispielsweise Unfälle am Arbeitsplatz oder auf Dienstreisen, die eine Invalidität oder sogar eine Berufsunfähigkeit zur Folge haben, erhalten Angestellte daraus eine Versicherungsleistung. Außerhalb des Berufes besteht jedoch kein Schutz. Angestellte müssen sich daher überlegen, ob sie auch in ihrer Freizeit oder im Ausland geschützt sein möchten.
Ist die Unfallversicherung für Selbstständige sinnvoll?
Selbstständige sind überhaupt nicht automatisch gegen Unfälle geschützt, da hier die gesetzliche Grundlage fehlt und auch ein Arbeitgeber schlichtweg nicht vorhanden ist. Daher ist eine private Unfallversicherung für Selbstständige durchaus sinnvoll, um sich vor unvorhersehbaren Ereignissen sowohl innerhalb als auch außerhalb der selbstständigen Berufstätigkeit abzusichern. Welche Leistungen Sie genau versichern können, lesen Sie hier.
Wann brauchen Kinder eine Unfallversicherung?
Kinder zählen zu den schutzbedürftigen Personen. Eltern müssen ihre Kinder bis zu einem bestimmten Lebensalter hinreichend versorgen. Der versicherungstechnische Schutz vor einer Invalidität zählt allerdings nicht direkt zu den elterlichen Fürsorgepflichten. Wenn Sie sich aber grundsätzlich den Schutz vor langfristigen Schäden wünschen, kann der Unfallschutz sinnvoll sein.
Entsteht nämlich in der Kindheit eine Invalidität, kann es später zu Schwierigkeiten bei der Jobsuche und dadurch zu Einkommensverlusten kommen. Hierfür gibt es die private Unfallrente, die immerhin ein monatliches Mindesteinkommen für das Kind gewährleistet.
Aber auch Bewegungseinschränkungen sind für Kinder besonders schlimm. Mit der ausgezahlten Versicherungssumme können Sie Operationen bezahlen, die von der Krankenversicherung nicht abgedeckt sind. Wichtig sind daneben auch Leistungen, wie zum Beispiel Zahnersatzkosten und kosmetische Operationen.
Ist die Unfallversicherung für Rentner sinnvoll?
Wenn Sie sich bereits in einem betagten Lebensabschnitt befinden, können des Öfteren Unfälle aufgrund von Schwäche oder Unachtsamkeit geschehen. Der Sinn einer Unfallversicherung für Rentner lässt sich in Anbetracht dessen nicht bestreiten. Sind Sie nach einem Unfall invalide, wirkt sich das speziell im Alter auch auf Ihre Vitalität aus. Aus diesem Grund kann es passieren, dass Sie einfache Haushaltstätigkeiten nicht mehr ausüben können.
Wichtige Leistungen für Rentner
- Einschluss einer Haushaltshilfe
- Erstattungen für Kuren zur Regeneration
- Mehrkosten für behindertengerechte Umbauten
Wann lohnt sich die Unfallversicherung wirklich?
Ob sich eine private Unfallversicherung für Sie lohnt, hängt weniger vom Tarifpreis ab als von der Frage, wie hoch die Leistung im Ernstfall tatsächlich ausfällt. Entscheidend ist nicht allein, dass Sie versichert sind, sondern ob die vereinbarte Absicherung im Fall einer dauerhaften Beeinträchtigung ausreicht, um Einkommensausfälle und Mehrkosten aufzufangen. Eine zu niedrig angesetzte Police kann sich rückblickend als wenig sinnvoll erweisen.
Die Leistung bei Invalidität ergibt sich aus der vereinbarten Grundsumme, dem festgestellten Invaliditätsgrad und einer gegebenenfalls vereinbarten Progression. Als grobe Orientierung – nicht als feste Vorgabe – wird häufig etwa das Fünf- bis Sechsfache des Jahresbruttoeinkommens als Grundsumme genannt, kombiniert mit einer Progression. Übliche Progressionsstufen sind 225 %, 350 % oder 500 %: Sie sorgen dafür, dass die Leistung bei schweren Unfallfolgen überproportional ansteigt – also genau dort, wo der finanzielle Bedarf am größten ist.
Für die Einschätzung, ob sich der Abschluss lohnt, sprechen außerdem zwei praktische Punkte: Eine private Unfallversicherung kennt in der Regel keine Wartezeit, der Schutz kann also bereits ab dem ersten Tag greifen. Zu beachten ist allerdings, dass Vorerkrankungen über einen sogenannten Mitwirkungsanteil die Leistung mindern können – ein Aspekt, den Sie vor Vertragsabschluss prüfen sollten. Bevor Sie eine Police als sinnvoll bewerten, lohnt daher ein Vergleich der Tarife mit Blick auf Grundsumme, Progression und Leistungsausschlüsse.
Tipp
Die private Unfallversicherung ist besonders sinnvoll für Personengruppen ohne automatischen gesetzlichen Schutz: Selbstständige, Kinder und Rentner. Aber auch Arbeitnehmer profitieren vom erweiterten Schutz in der Freizeit.
Häufig gestellte Fragen zur Sinnhaftigkeit der Unfallversicherung
Besonders sinnvoll ist die Unfallversicherung für Selbstständige, Kinder und Rentner, da diese Gruppen keinen oder nur eingeschränkten gesetzlichen Unfallschutz haben. Auch Arbeitnehmer profitieren, da die gesetzliche Versicherung nur bei Arbeitsunfällen greift.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Arbeitnehmer nur bei Unfällen am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg. Da ein großer Teil der Unfälle in der Freizeit passiert, kann eine zusätzliche private Unfallversicherung sinnvoll sein.
Ja, da Kinder nur im Zusammenhang mit Schule oder Kindergarten gesetzlich versichert sind. In der Freizeit, zu Hause oder im Urlaub besteht kein Schutz. Eine private Unfallversicherung kann Operationen, Zahnersatz und kosmetische Eingriffe finanzieren.
Gerade im Alter steigt das Unfallrisiko. Wichtige Leistungsbausteine für Rentner sind Haushaltshilfe, Kur-Erstattungen und Mehrkosten für behindertengerechte Umbauten, die bei einem Unfall notwendig werden können.
Die Invaliditätsleistung ergibt sich aus Grundsumme, Invaliditätsgrad und einer eventuellen Progression. Als grobe Orientierung – nicht als feste Vorgabe – wird häufig etwa das Fünf- bis Sechsfache des Jahresbruttoeinkommens als Grundsumme genannt, kombiniert mit einer Progression von beispielsweise 225 %, 350 % oder 500 %. So steigt die Leistung bei schweren Unfallfolgen überproportional an.