Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?
Es gibt Schadenfreiheitsklassen von 0 bis 50. Je höher die Schadenfreiheitsklasse, auch SF-Klasse genannt, desto höher der Schadenfreiheitsrabatt und desto niedriger der zu zahlende Versicherungsbeitrag. Wer seine erste Kfz-Versicherung abschließt, startet in der Regel in der SF-Klasse 1 und zahlt damit den vollen Beitragssatz (100 %). Ein unfallfreies Jahr später erfolgt der Aufstieg in die SF-Klasse 2, sodass nur noch ein reduzierter Anteil des Beitrags fällig wird.
Wichtig! Die Zuordnung von SF-Klasse zu Beitragssatz ist nicht in jeder Kfz-Versicherung gleich. Welcher prozentuale Schadenfreiheitsrabatt einer bestimmten Anzahl unfallfreier Jahre entspricht, legt jeder Versicherer in seiner eigenen Rabattstaffel fest — derselbe SF-Stand kann bei zwei Anbietern also zu unterschiedlichen Beiträgen führen. Maßgeblich ist stets der jeweils gültige Rabattsatz Ihres Tarifs. Vor Abschluss einer Sachversicherung lohnt es sich daher, die Rabattstaffeln mehrerer Anbieter zu vergleichen.
Die nachfolgende Tabelle verschafft einen groben Überblick darüber, wie sich SF-Klasse, unfallfreie Jahre und Schadenfreiheitsrabatt zueinander verhalten. Die Werte sind beispielhaft und können je nach Versicherer abweichen. Eine detaillierte Aufstellung finden Sie in unserem Artikel zur Schadenfreiheitsklasse Tabelle.
| Schadenfreiheitsklasse | Unfallfreie Jahre | Schadenfreiheitsrabatt |
|---|---|---|
| 50 | 46 – 50 Jahre | 83 % |
| 40 | 37 – 40 Jahre | 81 % |
| 30 | 26 – 30 Jahre | 75 % |
| 20 | 16 – 25 Jahre | 65 – 70 % |
| 10 | 9 – 15 Jahre | 50 – 65 % |
Neben den allgemeinen Schadenfreiheitsklassen gibt es auch die sogenannten Sonderklassen. Hierbei handelt es sich um Klassen für Personen, bei denen das Unfallrisiko besonders hoch ist und der Tarif demnach besonders teuer ist:
Was ist die beste Schadenfreiheitsklasse? Die beste Schadenfreiheitsklasse ist die SF-Klasse 50. Sie wird erreicht, sobald eine versicherte Person rund 50 Jahre lang unfallfrei gefahren ist. In dieser Klasse greift der höchste vom Versicherer vorgesehene Schadenfreiheitsrabatt, sodass nur noch ein sehr geringer Anteil des Grundbeitrags zu zahlen ist. Der konkrete Restbeitrag richtet sich nach der jeweils gültigen Rabattstaffel Ihres Anbieters.
Wie kann man die Schadenfreiheitsklasse berechnen?
Die Frage nach der Berechnung der Schadenfreiheitsklasse lässt sich mit einer ganz einfachen Frage beantworten: Wie lange fahren Sie bereits unfallfrei? Von diesen unfallfreien Jahren ziehen Sie ein Jahr ab und schon wissen Sie, in welcher Schadenfreiheitsklasse Sie sich befinden.
Berechnungsbeispiel
Beispiel: Henrike J. ist seit 23 Jahren bei ihrer Kfz-Versicherung versichert und hat seither keinen Unfall verursacht. Sie zieht von diesen 23 Jahren ein Jahr ab und befindet sich somit in der Schadenfreiheitsklasse 22.
Noch schneller geht es mit dem interaktiven Rechner: Stellen Sie Ihre unfallfreien Jahre ein und sehen Sie sofort die passende SF-Klasse samt marktüblichem Beitragsrabatt und einer Beitragsschätzung.
SF-Klassen-Rechner
Schätzen Sie in 30 Sekunden Ihre Schadenfreiheitsklasse und den möglichen Beitragsrabatt.
Den Grundbeitrag (Beitragssatz 100 %) finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen oder im Angebot.
Ihr Ergebnis in Echtzeit
Aktualisiert sich automatisch, sobald Sie Ihre Angaben ändern.
Schadenfreiheitsklasse
Rabatt ca.Beitragssatz (ca.)
des Grundbeitrags
Geschätzter Beitrag
–
pro Jahr (Schätzung)
Ihre Position auf der Rabattskala
Beispielhafte Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Spannen : Den genauen Beitragssatz je SF-Klasse legt jeder Versicherer in seiner eigenen Einstufungstabelle fest. Ein Schaden führt zur Rückstufung um mehrere Klassen. Die Einstufung verbessert sich pro schadenfreiem Kalenderjahr automatisch um eine Klasse.
Komplizierter wird es, wenn der/die Versicherte im Laufe der Jahre einen Unfall verursacht hat und zurückgestuft wurde. Hier lässt sich nicht pauschal bestimmen, in welcher Schadenfreiheitsklasse die Person anschließend liegt, da die Rückstufung von der jeweiligen Versicherung und der individuellen Rückstufungstabelle abhängt. Wer etwa 12 Jahre unfallfrei gefahren ist, kann sich nach einem selbstverschuldeten Schaden beispielsweise in der Schadenfreiheitsklasse 3 wiederfinden.
- Unfallkosten selbst tragen, wenn überschaubar;
- Rückkauf der SF-Klasse bei der Versicherung anfragen;
- Kosten-Nutzen-Rechnung: Selbstzahlung vs. Hochstufung.
- Deutlich höherer Versicherungsbeitrag;
- Mehrere Jahre nötig, um altes Niveau zu erreichen;
- Rückstufung variiert je nach Versicherung.
Der einfachste Weg, um die Schadenfreiheitsklasse in Erfahrung zu bringen, ist der Blick in die letzte Beitragsabrechnung. Hier ist stets vermerkt, in welcher Schadenfreiheitsklasse sich der/die Versicherte befindet. Alternativ kann die SF-Klasse zudem stets bei der zuständigen Versicherung erfragt werden.
Kann man seine Schadenfreiheitsklasse übertragen?
Personen, die bereits seit mehreren Jahren versichert sind, eine höhere Schadenfreiheitsklasse haben und ihr Auto nicht mehr benötigen, können die Schadenfreiheitsklasse beispielsweise an einen Angehörigen übertragen. Auf diese Weise können Fahranfänger beispielsweise von einem günstigeren Tarif profitieren. Für die Person, die die SF-Klasse überträgt, erlischt der Anspruch auf den Rabatt.
So funktioniert die Übertragung
Wichtig! Es können nur so viele unfallfreie Jahre auf eine andere Person übertragen werden, wie diese Person bereits den Führerschein besitzt. Ein Vater steht beispielsweise in der Schadenfreiheitsklasse 20 und möchte seinen Rabatt an seine Tochter übertragen. Diese hat ihren Führerschein jedoch erst seit 10 Jahren und kann demnach nur 10 Rabattjahre übernehmen. Die restlichen Jahre verfallen.
Sie interessieren sich für das Thema Schadenfreiheitsrabatt? Dann lesen Sie unsere Artikel zu diesem Thema:
Häufig gestellte Fragen über die Schadenfreiheitsklasse
Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) gibt an, wie viele Jahre eine Person unfallfrei gefahren ist. Sie reicht von SF 0 (Fahranfänger) bis SF 50 und bestimmt maßgeblich die Höhe des Versicherungsbeitrags in der Kfz-Versicherung.
Die Berechnung ist einfach: Ziehen Sie ein Jahr von Ihren unfallfreien Versicherungsjahren ab. Wer 15 Jahre unfallfrei gefahren ist, befindet sich in der SF-Klasse 14. Bei Unfällen in der Vergangenheit finden Sie Ihre aktuelle Klasse auf der letzten Beitragsabrechnung.
Nach einem selbstverschuldeten Unfall werden Sie zurückgestuft. Die Höhe der Rückstufung variiert je nach Versicherung. Bei überschaubaren Kosten kann es sich lohnen, den Schaden selbst zu zahlen, um die Rückstufung zu vermeiden.
Ja, die SF-Klasse kann an Angehörige übertragen werden. Allerdings können nur so viele Jahre übertragen werden, wie die empfangende Person den Führerschein besitzt. Die Übertragung wird bei der Versicherung beantragt.
Die Sonderklassen gelten für Personen mit erhöhtem Unfallrisiko. SF 0 ist für Fahranfänger, SF ½ für das erste Versicherungsjahr, SF S ist die Schadenklasse und SF M die Malusklasse. In diesen Klassen sind die Beiträge besonders hoch.
Ihre SF-Klasse finden Sie auf Ihrer letzten Beitragsabrechnung. Alternativ können Sie die Information direkt bei Ihrer Versicherung erfragen.